An wolkenarmen Herbstabenden strahlt der Boden ungehindert Wärme in den klaren Himmel ab. Die bodennahe Luft folgt dieser Abkühlung, erreicht ihren Taupunkt und kondensiert auf Schwebteilchen zu feinsten Tröpfchen. Dieser Prozess ist besonders effizient über feuchten Wiesen, Auen und abgeernteten Feldern. Ohne starke Verwirbelung baut sich so schichtweise Nebel auf, oft zuerst in Bodensenken, dann langsam wachsend, bis er als schimmernde Decke das Tal füllt.
Hänge rund um Flüsse leiten nachts kältere Luft talwärts. Dieser dichte Luftstrom kriecht wie Wasser in Rinnen, sammelt sich auf Auenflächen und senkt die Temperatur weiter ab. Das Resultat ist ein Kaltluftsee, der die Durchmischung hemmt und die Feuchte anreichert. Liegt der Fluss in einer breiten Niederung, wirkt die Wasseroberfläche zusätzlich als Feuchtequelle. Zusammengenommen entstehen ideale, ruhige Bedingungen, in denen Nebel stabil bleiben und eindrucksvolle Formen annehmen kann.
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